Kulturelle Veranstaltungen und Folklore 

 

Das Wasserfest - Festa delle Acque, das normalerweise zwischen der letzten Juniwoche und der ersten Juliwoche stattfìndet, zeugt von der engen Verbindung zwischen der Bevölkerung von Piediluco und dem See.

Mit diesem Fest zelebriert man den Mittsommer, eine Feierlichkeit, die für das ländliche Volk seit römischer Epoche grundliegend ist, da sie mit der Fruchtbarkeit der Erde verbunden ist; die aber gleichzeitig auch gefürchtet wird, da sich ah dieser Periode des Jahres die Tage wieder verkürzen. Die Angst, dass das Sonnenlicht enden könnte, brachte die Bevölkerung dazu, eine Reihe von versöhnlichen Riten zu tun, die ihren Höhepunkt in einem Bootszug fanden. Auf diese Weise versuchte man, die Gefahr fernzuhalten und man bat die Götter darum, den Lauf der natürlichen Elemente unverändert beizubehalten. Im Besonderen, wie der Dichter Ovidius erinnert, zelebrierten die Lateiner am Mittsommertag die Fortu­na, eine Göttlichkeit, die in der Lage war, je nach Laune die menschlichen Ereignisse zu orientieren. Reinigungsriten charakte­risierten die Nacht vor Mittsommer. Im Mittelalter glaubte man, dass bei dieser Gelegenheit die bösen Geister besonders aktiv wären, und um deren Wirkung zu annullieren, wurden Lagerfeuer angezündet und man bereitete ein Duftwasser zu. Heute noch wird nachts eine Mischung aus Wasser und duftenden Pflanzenessenzen vor den Wohnungen gelassen, so dass diese vom zauberhaften Tau des Mittsommers eingenommen werden kann. Am darauffolgenden Morgen waschen sich die Frauen mit diesem Wasser den Körper.

 Das derzeitige Fest bietet kulturelle und folkloristische Veranstaltungen (Theatera­ufführungen, Tänze, Musikkonzerte, Gedichte, Feuerwerke, Klassik-Wagen-Parade). Der wichtigste Termin bleibt aber der des allegorischen Bootszuges, auch wegen seinem Wettkampfcharakter zwischen den beiden Ortsteilen: dem Vorort und der Stadt.

 

 

Weitere wichtige Feierlichkeiten sind die des 14. Januars und des 26. Dezembers.

Am 14. Januar wird das hölzerne Kreuz des lieben Jesus in Prozession getragen, das in der Kirche des Hl. Franziskus aufbewahrt ist. Man erzählt, dass an diesem Datum, in einer Nacht am Ende des XVI. Jahrhunderts, die Pferde, die das Kreuz von Monteluco di Spoleto nach Leonessa trugen, müde in Piediluco stehen blieben und nicht mehr weitergehen wollten. Dies wurde von den Piediluco-Bewohnern als Zeichen dafür ausgelegt, dass der liebe Jesus für immer unter ihnen weilen wollte.

Am 26. Dezember wird der Hl. Stefan gefeiert, Patron von Piediluco. Man glaubt, dass der Kult für den christlichen Protomärtyrer die natürliche Weiterentwicklung des Kults für die heidnische jungfräuliche Gottheit Diana ist, von der man glaubt, dass ihr in der Antike der Caperno-Berg heilig war. Diana, Mondgöttin, Heroin der Jagd und der wilden Natur, ist in der klassischen Ikonographie oft in Begleitung eines Rehs dargestellt; dasselbe Tier kehrt in der Hagiographie wieder: man erzählt in der Tat, dass der kleine Stefan, nachdem der vom Dämon aus der Wiege entrissen worden ist, von einem weißen Reh gestillt worden sei.

 

Auch für die Liebhaber der musikalischen und theatralischen Kultur fehlen die Initiativen nicht. Zwischen Juli und August findet Piediluco in Musik—Piediluco in musica — statt, ein internationales Festival, das im Dorf und in den naheliegenden Zentren Konzerte anbietet, und auch Ausbildungskurse für junge Musiker aus der ganzen Welt. Außerdem werden während der gesamten Sommersaison im Theater von Villalago Konzerte und Spekta­kel unter freiem Himmel gehalten.

 AGENDA (italienische web-site)

 

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