DER SEE

Am südlichen Rand von Umbrien gelegen, an der Grenze zum Latium, eingebettet zwischen den Bergen Luco und Caperno, ähnelt der See von Piediluco (der gröBte natürliche See Umbriens nach dem Trasimeno-See) sehr einem Alpensee, auch wenn das Profil seiner Walderhebungen, die sich im Wasser spiegeln, eher sanft ist. Das Becken hat eine unregelmäBige Form: ein verlängerter zentraler Körper, in west­östlicher Richtung, von dem aus, sowohl in Richtung Nord, als auch in Richtung Süd, diverse Arme abzweigen. Genau diese Unregelmäßigkeit ist es, die einen nennenswerten Uferrand von 15 Kilometern bedingt, gemessen an einer Qberfläche von nur 1,52 km2. 370 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, in Übereinstimmung mit dem bewohnten Teil von Piediluco, erreicht der See seme maximale Wassertiefe von etwa 20 Metern. Insgesamt gibt es nur wenige Punkte in denen die Wassertiefe geringer ist als 2 Meter. Es gibt 3 große Zuflüsse: der einzige natürliche ist der Fuscello-Fluss, der seinen Ursprung am Südhang des Berges Tillia hat; die anderen zwei sind künstlich angelegte Kanäle. Der erste, von etwa 400 Metern Länge, der den natürlichen Zufluss ersetzt hat, verbindet den See mit dem Velino-Fluss und wurde Mitte der 92Oer Jahre von der Stadt Terni erbaut, um die Produktivität der Energiezentrale von Galleto zu erhöhen. Der zweite, gut 42 Kilometer in Tunneln verlaufende, wurde zwischen 1929 und 1931 erbaut, zwecks Mitführung des Wasserbestandes des mittleren Nera durch den See, abweichend in ihrem natürlichen Verlauf in Höhe von Triponzo. Im Grunde waren es wachsende Energiebedürfnisse der Industrie von Terni, die einen natürlichen Wasserspiegel in ein grolles, vom Menschen verwaltetes, Ein- und Abflusssystem verwandelten.

 

 

Der Piediluco-See, zusammen mit den kleineren der Reatina-Ebene, ist das, was vom antiken lacus Velinus, im Ursprung Uberschwemmungsgebiet, gebildet im Neozoikum als Konsequenz oro- und hydrografischer Gegebenheiten, die Flüsse Nera und Velino betreffend, abstammt. Man vermutet, das der Velino-See in der Zeit seiner grödten Ausbreitung nahezu die gesamte Fläche der Reatina-Ebene bedeckte, sich bis zum Rand der Marmore ausbreitend. Zur Entsumpfung der von wiederkehrenden Überschwemmungen ungesunden Ebene, lieB der römische Konsul Manlius Curius Dentatus im Jahr 271 v. C. im Fels einen offenen (zirka 2 Kilometer langen) Kanal erbauen, der vom westlichen Arm abzweigt und das Wasser bis zum Rand von Marmore ftìhrt, von wo es noch heute in den unten gelegenen Nera-Fluss stürzt. So entstanden die Wasserfälle von Marmore, ein Schauspiel aullerordentlicher Schönheit, gewürdigt von Künstlern, Malern und Dichtern aller Zeitepochen, von denen viele auch vom Panorama und der Ruhe des Piediluco-Sees beeindruckt waren.

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