DER MARMORE WASSERFALL

In Wahrheit ist das Schauspiel der herunterstürzenden Gewässer des Velino in die Nera, das man in unregelmäßigen Abständen bewundern kann, das Ergebnis von verschiedenen Eingriffen des Menschen im Laufe der Zeit, von denen jener des römischen Konsuls M. Curius Dentatus den Anfang machte. 

1417: auf Grund anwachsender Probleme der Nutzbarkeit des römischen Kanals, begannen die Arbeiten an der Erbauung eines Neuen, der in Folge ,,Reatino” genannt wurde. Dieser stellte jedoch auch nach Eingriffen durch das Papsttum von Gregor 13. (1572-1585) nicht zufrieden und wurde schon bald nicht mehr benutzt.

1545-1546: im Dezember 1545 setzt Papst Paulus 3., auf Druck der Bevölkerung von Rieti, die weiterhin in regelmäßigen Abständen unter den Hochwassern des Velino litt, den Architekten Antonio Sangallo den Jüngeren ein, zwecks Erbauung eines dritten Kanals. Doch auch diesem letzten, fertiggestellt im Jahre 1546 und ,,Paolino” genannt, gelang es nicht die Versumpfung der Ebene von Rieti zu verhindern.

1596-1598: das Weiterbestehen des Problems erkennend, schlug Rieti die Wiedereröffnung des antiken römischen Kanals vor. Im Jahr 1596 vertraut Papst Clemens 7. die Arbeit Giovanni Fontana di Meli an, der diesen im Laufe von einigen Jahren vertiefte, die Neigung erhöhte, den Verlauf begradigte und eine Schleusebrücke errichtete, die nur einer bestimmten Wassermenge den Durchfluss ermöglichen sollte. Der neue Kanal, Clementino genannt, löste das Hauptproblem der Versumpfung der Rieti-Ebene, ließ jedoch ein anderes, ungelöstes, zurück: Trotz der Schleuse stürzte der Velino, in den

Hochwasserperioden, mit so ungestümer Macht in die unten gelegene Nera, dass das Abfließen ihres Wassers behindert wurde und sie noch weitere 7 Kilometer in der Valnerina über die Ufer trat.

1787-1788: nach vielfältigen Studien und zahlreichen Eingriffen wurde die Lösung während des Papsttums von Pius 6. gefunden: der Architekt Andrea Vici aus Terni ließ einen diagonalen Schnitt auf das zweite Gefalle des Wasserfalls durchführen, wobei ein Teil des abfallenden Wassers abgeleitet und ein besserer Abfluss der Nera ermöglicht wurde. Dieser Eingriff gab dem Wasserfall sein endgültiges Aussehen, welches man noch heute bewundert: drei Gefalle auf insgesamt 165 Metern.

 

 

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