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PIEDILUCO IN DER GESCHICHTE |
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Piediluco
ist die einzige Stadt, die an den See grenzt. Es handelt sich um ein
kleines Dorf mittelalterlichen Ursprungs, was nicht bedeutet, dass das
Gebiet in den vorhergehenden Zeitepochen unbewohnt gewesen ist.
Geologische Ausgrabungen haben hingegen, mittels zahlreicher Funde, die in
die späte Bronzezeit reichen, das Vorkommen von Ansiedlungen gezeigt, die
jedoch zu Beginn der Eisenzeit aufgegeben wurden, zeitgleich mit der
Entstehung des vorstädtischen Stadtkerns von Terni. Nicht
einmal für das hohe Mittelalter existiert eine abgesicherte Dokumentation.
Einzig Im Jahre 1028, in einem Dokument, mit dem Berardo di Arrone,
Feudalherr des Ortes, seine Besitztümer der Abtei von Farfa anbietet,
wird ausdrücklich der Name ,,Castello de Luco” erwähnt (etymologisch
auf lucus, heiliger römischer Wald zurückzuführen), ein Platz
auf dem Gipfel des Burgberges und einer ,,curtem de Postro”, die sich längs
des Seeufers befindet. Schichtenspezifische Untersuchungen der gegenwärtigen
Burgruinen haben das Bestehen einer befestigen Wohnanlage bestätigt,
gekennzeichnet durch einen viereckigen Turm, der der Hauptturm des
Schlosses darstellt. Am Fuß des Berges war höchstwahrscheinlich
ein kleine Fischer - und Bauerndorf, erhoben aufeine kleinen Ebene, Il
colle” genannt. Mai vermutet, dass zwischen 11. und 12 Jahrhundert dort
die romanische Kirch Santa Maria del Colle” errichtet wurde, vor der nur
Ruinen und der mit zwei Biforen versehenen Kirchturm übriggeblieben sind,
der heute den höchsten Punkt des Dorfes darstellt. |
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Die
Zerstörung fand dann aber nicht statt, auch dank Eingreifens des Papstes
Benedetto XII; als im Jahr 1353 der Kardinal Albornoz nach Italien kam,
um die päpstliche Autorität in Umbrien wiederherzustellen, wurden dem
Schloss, Im Gegenteil, wichtige territoriale Kontroll- und
Verteidigungsfunktionen zugeordnet. Um genau zu sein war es Fernando di
Belsivo, Cousin von Albornoz und Rektor des ,,Ducato di Spoleto”, der Im
Jahr 1364, von den sich nunmehr Im Verfall befindlichen Brancaleoni das
Schloss und das umgebende Gebiet erwarb, um sofort darauf, in den
folgenden Jahren die Burg zu bebauen, dessen Reste noch heute sichtbar
sind. Die neue Festung, Symbol der wiedergefundenen päpstlichen Macht,
schließt in ihrem Inneren ein, was für etwa anderthalb Jahrhunderte der
Sitz der Brancaleoni war, während auch die letzten Bewohner des alten
Schlosses in das Dorf am Seeufer zogen. welches nunmehr Piediluco (wörtlich
,,am Fuße des Luco”) genannt wurde. Im folge einer Revolte, die von
giebellinischen Auswanderern aufgerufen wurde, wurde Blasco Im Jahre 1368
Im Dorfgetötet. Die Rache von Papst Urbanus 5. war drastisch: im
folgenden Jahr zerstörten die päpstlichen Truppen, geführt von Ugolino
da Montemarte, das Dorf und nahmen 50 Männer gefangen; der Mordanklage überführt,
wurden diese in Spoleto und in anderen Städten des Staates gefoltert und
hingerichtet. Nach einer Periode von 30 Jahren, in der sich verschiedene
Herrschaften ablösten, wurde das Gebiet von Piediluco, vom Jahr 1393 an,
von der Familie Trinci regiert, in deren Händen es bis zum Jahre 1439
blieb. Verdienst der Trinci war Im Besonderen die Redaktion eines neuen
Statuts (bekannt als ,,Statuta Castri Pedisluci”) Im Jahre 1417,
fundamentaler Bestandteil einer politischen Entwicklung, die ihnen,
bereits ,,Herren von Foligno”, in ihrer Machtausübung eine weitgehende
Unabhängigkeit von der päpstlichen Kontrolle zusichern sollte. Mit
dieser verwaltungstechnischen Neuordnung vervollständigte sich der Veränderungsprozess
der einst als Schloss von Luco bezeichneten Wohnanlage, heute bekannt als
Schloss von Piediluco. Tatsächlich entspricht die heute zu beobachtende
Baustruktur, trotz modernisierender Veränderungen, jener bereits damals
genau festgelegten: oben der Verteidigungskern mit Sitz des Schlossherrn;
unten dem Wohnkern, Ort öffentlicher, sozialer und wirtschaftlicher
Aktivitäten; zwischen den beiden Ebenen ein gemauertes Wandsystem. Nach dem Fall der Trinci, auf Willen von Eugenio IV, fällt das Gebiet von Piediluco unter direkte Kontrolle des heiligen Stuhls. Somit gestand Papst Nicolo 5., im Jahr 1453, die Ortsherrschaft dem Matteo Poiani aus Rieti zu, als Belohnung für seine Dienste als Söldnerführer. Mangels männlicher Nachkommenschaft kommt es zur Übertragung an den Edelmann aus Amelia, Giovanni Farrattini, der Plautilla Poiani heiratete. Die neuen Besitzer behielten es bis zum Ende des 1 7. Jahrhunderts. Zwischen dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert gehörte Piediluco zu den Baronen Ancajani, dann den Grafen Pianciani von Spoleto und schließlich den Baronen Franchetti. Ihr Verdienst, Im Besonderen der von Eugenio, ist die Erbauung der Seevilla Villalago im neoklassischen Stil, eingebettet im Grünen. Ab 1927, Im folge der Gründung der Provinz Terni, verlor die Gemeinde von Piediluco (hier neben dem Wappen) ihre Unabhängigkeit und wird integraler Bestandteil der Gemeinde von Terni. |
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